Verfasstes Archiv für die tägliche Praxis

Nicht-obstruktive Nephrolithiasis mit Twinkling-Artefakt

Fall aus der täglichen Praxis mit einem nicht obstruktiven Stein im unteren Drittel der linken Niere und Twinkling-Artefakt im Doppler.

Topography
Harnwege
Diagnosis/finding
Nephrolithiasis
Source
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Fallbesprechung

KLINISCHE UND PATHOPHYSIOLOGISCHE DISKUSSION:

Die Identifizierung einer hyperechogenen Formation in der unteren Kelchgruppe der linken Niere, verbunden mit einem schwachen hinteren akustischen Schatten, spiegelt einen Stein mit geringerer Kristallisationsdichte (geringere Schalldämpfung) wider. Das „funkelnde Artefakt“ im Farbdoppler fungiert als entscheidendes diagnostisches Verfeinerungsinstrument, da die Schwankung des Phasenrauschens des Schallstrahls bei der Interaktion mit der rauen Oberfläche des Steins eine Lithiasis bestätigt, selbst wenn kein offensichtlicher akustischer Schatten vorhanden ist.

Das Vorliegen einer leichten ipsilateralen Hydronephrose mit einem unteren Kelchstein – der aufgrund seiner anatomischen Lage den Rest der Niere grundsätzlich nicht behindert – begründet ein wesentliches klinisch-radiologisches Paradoxon: Die Ursache der Beckendilatation ist nicht der sichtbare Stein. Pathophysiologisch lässt dies den Verdacht auf eine stromabwärts gelegene (ureterale) Obstruktion aufkommen, die häufig auf einen zweiten, kleineren, impaktierten Stein im Harnleiter zurückzuführen ist, der im Ultraschall aufgrund von Gasinterposition möglicherweise nicht sichtbar ist, oder auf andere extrinsische/intrinsische Ursachen zurückzuführen ist (z. B. Stenose des Ureter-Becken-Übergangs oder Kompressionen). Daher ist der Befund im unteren Kelch ein „Adjuvans“ und die wahre Ursache der Hydronephrose sollte aktiv untersucht werden.

DIFFERENZDIAGNOSE (geordnet nach Wahrscheinlichkeit):

1. Nephrolithiasis des linken unteren Kelchs, verbunden mit einer okkulten Harnleiterobstruktion aufgrund von Steinen, die stromabwärts nicht sichtbar sind (Haupthypothese).

2. Nephrolithiasis des linken unteren Kelchs, die mit einer anderen Ursache der Hydronephrose einhergeht (z. B. chronisch dekompensierte Stenose des ureteropelischen Übergangs oder vesikoureteraler Reflux).

3. Verkalkung des Nierenparenchyms/der Nierenpapille (Randall-Plaque) mit Beckendilatation hypotonen oder extrarenalen Ursprungs (falsch positiv für echte Obstruktion).

So melden Sie es

In der Topographie der unteren Kelchgruppe entsteht ein echoreiches Bild mit einer Größe von etwa [Größe einfügen, z.B. 0,4] cm wird festgestellt, was einen schwachen hinteren akustischen Schatten bestimmt, aber bei der Untersuchung mit dem Farbdoppler ein deutliches funkelndes Artefakt zeigt, das mit Kelchkalkül vereinbar ist.

Es wird eine leichte Erweiterung des linken Sammelsystems beobachtet (leichte Hydronephrose). Es ist bemerkenswert, dass der beschriebene untere Kelchstein die oben erwähnte Beckendilatation nicht rechtfertigt, was auf die Möglichkeit eines obstruktiven Prozesses stromabwärts (im Harnleiterweg) schließen lässt, der durch die Methode nicht charakterisiert wird.

FAZIT:

1. Bild kompatibel mit nicht obstruktivem Zahnstein in der unteren Kelchgruppe der linken Niere.

2. Leichte linksseitige Hydronephrose ohne offensichtlichen obstruktiven Faktor für die Methode im ureteropyelischen Übergang oder in den zugänglichen Harnleitersegmenten, was auf das Vorliegen einer Obstruktion stromabwärts hindeutet (z. B. okkulte Harnleiterlithiasis).

BERICHT AN DEN ASSISTENTEN UND EMPFOHLENES VERHALTEN:

Es wird empfohlen, den Befund aktiv dem behandelnden Arzt zu melden und darauf hinzuweisen, dass eine leichte Hydronephrose nicht durch den sichtbaren Stein im unteren Kelch gerechtfertigt ist. Es besteht der dringende Verdacht, dass ein zweiter Stein im linken Harnleiter eingeklemmt ist, der möglicherweise durch Darmmeteorismus verdeckt ist. Es wird empfohlen, diese mit den klinischen Symptomen zu korrelieren (Suche nach klassischer Nierenkolik) und bei klinischer Indikation eine Computertomographie (CT) des Abdomens und des Beckens ohne Kontrastmittel (Urotomographie) durchzuführen, um den gesamten Harnleiterweg abzubilden und die genaue Ursache und das Ausmaß der Obstruktion zu bestimmen.

Wie man es dem Patienten erklärt

HINWEIS FÜR PATIENTEN:

Bei Ihrer Ultraschalluntersuchung wurden zwei wichtige Befunde an Ihrer linken Niere festgestellt:

1. Ein kleiner Stein (Mikrostein) an der Unterseite der Niere. Dies wurde durch einen Spezialeffekt des Geräts namens „Doppler-Flimmern“ (der farbig auf dem Bildschirm leuchtet) bestätigt.

2. Eine leichte Schwellung (Erweiterung) im Kanal, der den Urin in der Niere sammelt, ein Zustand, der als leichte Hydronephrose bezeichnet wird.

Besondere Aufmerksamkeit: Da sich der Stein im unteren Teil der Niere befindet, ist er nicht für diese Schwellung verantwortlich. Dies bedeutet, dass es möglicherweise eine andere Ursache für die leichte Ansammlung des Urins gibt, beispielsweise einen zweiten, kleineren Stein, der die Niere bereits verlassen hat und durch den Kanal gelangt, der den Urin zur Blase leitet (den Harnleiter), der möglicherweise nicht auf dem Ultraschall erscheint, weil die Gase die Sicht des Geräts blockieren.

Was sollten Sie als nächstes tun:

Diese Untersuchung ist ergänzend und ersetzt nicht die Beurteilung Ihres behandelnden Arztes (der die Untersuchung angefordert hat). Es ist wichtig, dass Sie schnellstmöglich einen Gegentermin mit ihm vereinbaren, um dieses Ergebnis vorzustellen. Er kann eine detailliertere Untersuchung (z. B. eine CT-Untersuchung) anordnen, um die genaue Ursache der Schwellung zu ermitteln. Wenn Sie vor Ihrem Termin starke Rücken- oder Seitenschmerzen, Fieber, Übelkeit oder Blut im Urin verspüren, suchen Sie sofort einen Notarzt auf.

Fallbeschriftungen

Doppler-Cine des NierensteinsDoppler-Cine mit nicht obstruktivem Nierenstein und Twinkling-Artefakt.
Standbild des Twinkling-ArtefaktsStandbild mit hyperechogenem Nierenfokus und Doppler-Twinkling-Artefakt.